
Laudatio für Bogusław Fleck und Hanna Jakob - „Best of the Best“-Preisträger
Sehr geehrte Damen und Herren,
es ist uns eine große Ehre, den „Best of the Best“-Preis an zwei außergewöhnliche Persönlichkeiten - Bogusław Fleck und Hanna Jakob zu verleihen.
Es sind Persönlichkeiten, die diesen Titel voll und ganz verdienen - nicht nur wegen ihrer Leistungen, sondern auch wegen der Art und Weise, wie sie ihre Ziele verfolgen: mit Leidenschaft, Phantasie, einem tiefen Sinn für Mission und Verantwortung für andere.
Bogusław Fleck, ein Künstler und gesellschaftlicher Aktivist, der seit 1980 in Berlin lebt, ist ein Mann, der nicht nur im künstlerischen Sinne etwas erschafft, sondern auch aufbaut: Institutionen, Beziehungen, Räume der Verständigung. Als Vorsitzender des Vereins Policultura ist er zusammen mit Hanna Jakob der Hauptinitiator der Polnischen Universität der drei Generationen in Berlin (UDG), einem einzigartigen, ambitionierten Bildungs- und Kulturprojekt, das im vergangenen Jahr sein zehnjähriges Bestehen feierte.
Hanna Jakob, Mitbegründerin und langjährige Präsidentin der Stiftung Generationen für Generationen, Mitbegründerin der Universität der drei Generationen und Vorsitzende des Programmrats, gestaltet seit Jahren mit unermüdlichem Engagement das inhaltliche Programm der Universität. Dank ihres Weitblicks und ihres Fleißes werden jedes Jahr die bedeutendsten polnischen Intellektuellen, Wissenschaftler und Künstler eingeladen, um Vorträge zu Themen zu halten, die für unsere gemeinsame Zukunft wichtig sind.
Die Universität der drei Generationen ist nicht nur eine Vorlesungsreihe. Sie ist ein lebendiger Raum für Bildung, Dialog und Reflexion, der mit Blick auf die polnische Community geschaffen wurde, aber allen Berlinern offen steht. Die Vorlesungen finden jeden Monat im Hauptgebäude der Humboldt-Universität statt, und ihre Teilnehmer reichen von Akademikern bis hin zu einfach interessierten Berlinern.
Es ist hervorzuheben, dass die UDG auch eine großartige Gelegenheit bietet, polnische und polnisch-deutsche Kontakte zu pflegen und anregende Gespräche in einer herzlichen Atmosphäre nach den Vorträgen zu führen. Dieser informelle Teil trägt dazu bei, Beziehungen zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.
Die UDG arbeitet mit renommierten akademischen Einrichtungen zusammen - der Humboldt-Universität (Institut für Slawistik) und der Europa-Universität Viadrina (Zentrum für interdisziplinäre Polenstudien) in Frankfurt (Oder). Diese Zusammenarbeit schärft nicht nur das Profil der UDG, sondern ermöglicht auch einen internationalen intellektuellen Austausch.
Die von der Universität diskutierten Themen sind aktuell und tiefgründig: deutsch-polnische Versöhnung im Kontext des 25-jährigen Jubiläums des Vertrages über gute Nachbarschaft, Kunst und Wissenschaft als Brücken zwischen den Kulturen, Populismus und soziale Kommunikation in Krisenzeiten, Realismus in Politik, Wissenschaft und Kunst, Pandemie und ihre Folgen oder die Bildung einer europäischen Identität. Jede Sitzung wird simultan ins Deutsche übersetzt, so dass die Vorträge auch für deutschsprachiges Publikum zugänglich sind.
Alle Vorträge werden auch aufgezeichnet und auf der Plattform YouTube zur Verfügung gestellt, wo sie sich großer Beliebtheit erfreuen - einige von ihnen haben bereits Zehntausende von Aufrufen. Das zeigt, wie wichtig und notwendig diese Form der Bildung und des Dialogs ist.
Viele Jahre lang war auch die von Bogusław Fleck kuratierte UDG-Galerie ein fester Bestandteil der UDG, die die Arbeit von in Europa tätigen polnischen Künstlern förderte. Diese Initiative verband künstlerische Veranstaltungen mit Vorträgen und schuf so eine einzigartige Synergie zwischen Kunst und Wissenschaft.
Hervorzuheben sind auch die gemeinnützigen Aktivitäten unserer Preisträger im Rotary Club Berlin Mickiewicz, dessen Gründungsmitglieder sie sind. Der Club, der einzige polnischsprachige der Welt außerhalb Polens, führt eine Reihe von Projekten zur Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Menschen in schwierigen Lebenssituationen durch. Im Geiste der rotarischen Idee bemüht er sich auch um die Vertiefung der deutsch-polnischen Verständigung.
All diese Initiativen verbindet eins - die tiefe Überzeugung, dass Bildung, Kultur und Zusammenarbeit der Schlüssel zu einer Zukunft sind, die auf gegenseitigem Respekt und Verständnis beruht. Die heutige Auszeichnung ist daher nicht nur eine wohlverdiente Anerkennung. Sie ist auch ein Symbol unserer Dankbarkeit und Bewunderung für die Arbeit, die Hanna Jakob und Bogusław Fleck seit Jahren leisten - mit Leidenschaft, Bescheidenheit und einem unerschütterlichen Glauben an den Gemeinschaftssinn.
Meine Damen und Herren, das sind Menschen, die mit ihrem Tun und ihrer Haltung beweisen, dass es möglich ist, die Welt zu verändern - nicht spektakulär, aber wirksam. Im Stillen, aber beharrlich. Mit Hingabe und Herz.
Bogusław, Hanna - ihr seid wirklich die Besten der Besten. Wir gratulieren euch von ganzem Herzen!
Dr. habil. Brygida Helbig
Als Redaktionsteam von Polonia Viva gratulieren wir Hanna Jakob und Boguslaw Fleck zu den „ersten zehn“ und auf viele weitere wunderbare Jahrzehnte der gemeinsamen Gestaltung der Universität des Dritten Zeitalters!www.polskarada-berlin.de/news_2025.htm
Foto: Krystyna.Koziewicz
