Schlachtfest auf Esperanto - Gdanska Theater - Oberhausen 26.10.24

Gdanska 26.10

 "Esperanto des Schlachtens. Europa. Postgedächtnis"

26.10.2024 um 19.00 Uhr - Theater Gdanska in Oberhausen

Die Versuchung, vom Apfel des verbotenen Baumes zu kosten, führte zur gewalttätigen Geschichte der Menschheit und zur Vertreibung aus dem Paradies. Der von Paris an Aphrodite verschenkte Apfel markiert den Beginn des Trojanischen Krieges. Wilhelm Tell wird vom Landvogt Gessler gezwungen, den auf den Kopf seines Sohnes gesetzten Apfel zu erschießen, was schließlich zu einem Aufstand gegen den Tyrannen führt. Der Zankapfel ist in der Geschichte der Menschheit mehrfach aufgetaucht, mal als Streit um ein Territorium, mal als religiöse Auseinandersetzung, mal als verlockende Ideologie. Jede seiner Reinkarnationen führt zu Kriegen und Schlachten. Wenn diese vorbei sind, ist es an der Zeit, in Freiheit zu leben. Aber wird das, was für die einen Freiheit ist, auch die Freiheit für die anderen sein? Wo ist der Wendepunkt, an dem Freiheit als Unterdrückung empfunden wird?

Die Aufführung Esperanto des Schlachtens ist eine Geschichte darüber, wie der Begriff der Freiheit durch die Geschichte geprägt wird und was die Menschen in Zeiten des Friedens mit ihm machen. Im Mittelpunkt des Stücks steht der Einzelne und sein Leid, das durch das Handeln der Großen dieser Welt verursacht wird, das zu Kriegen führt, die Grenzen einzelner Staaten willkürlich verschiebt oder die Existenz oder Nichtexistenz einzelner Länder beeinflusst. Das Stück soll „die Stimme des Volkes“ sein. Das Stück erzählt wahre Geschichten, die die Autorin über mehrere Jahre in ihrer Arbeit mit rund 60 Menschen aus 17 Ländern auf vier Kontinenten gesammelt hat. So kommen sowohl die Geschichten von Opfern des Zweiten Weltkriegs als auch von aktuellen Konflikten vor. Schließlich wird der Mechanismus der Beziehungen zwischen dem Schwächeren und dem Stärkeren in den alltäglichen Beziehungen in Friedenszeiten aufgezeigt. Das Stück ist modular aufgebaut. Es ist eine Art Theater-Lego, bei dem die einzelnen Elemente verschoben, verändert und ausgetauscht werden können, um eine Inszenierung zu schaffen, die einer bestimmten historischen Periode oder Region gewidmet ist. Die bisher entstandenen Versionen haben Untertitel: „Europa im 20. Jahrhundert“, “Europa. Post-Memory“, ‚Naher Osten‘ und ‚Welt‘.
Die Geschichte des Stücks entfaltet sich auf zwei Ebenen: verbal und tänzerisch. Letztere basiert auf Skulpturen und Collagen, die von Migranten und Flüchtlingen während Workshops in Deutschland geschaffen wurden.

Die Aufführung wurde bereits in vier Ländern gezeigt. Nach der Präsentation auf dem Theaterfestival in Vilnius wurde das Stück zusätzlich vom Präsidenten des Rates der Polonia der Welt nach Trakai eingeladen. In Polen wurde eine spezielle Vorführung für Theaterwissenschaftler mit Migrationshintergrund organisiert. Auf Wunsch des Publikums fand eine weitere Aufführung in den USA statt. Die aktuelle Aufführung in Deutschland, organisiert vom Off-Theater Zigarre beim Verein V.I.P. in Braunschweig, wird durch die Unterstützung des Auswärtigen Amtes in Zusammenarbeit mit dem Generalkonsulat in Hamburg ermöglicht.

Autorin: Zofia Delest

Regie bei der polnischen Fassung: Zofia Delest

Entwicklung des Konzepts für die Tanzszenen: Zofia Delest und Beata Cholewa-Mazurowska

Darsteller: Julia Głowadzka, Julia Jagodzińska, Kaja Peska, Nicola Gremplica

Choreografie: Schauspielerinnen, die in der Show auftreten, und Amelia Koprucka unter der Leitung von Zofia Delest